Bettwanzen sind eklig, bissig und hartnäckig. Die nachtaktiven Stechinsekten leben vom Blut des Menschen und halten sich bevorzugt in dessen Schlafstätten auf. Da sich Bettwanzen rasend schnell ausbreiten, kann ein Befall besonders in Krankenhäusern und Seniorenheimen zu einem ernsthaften Problem werden. Wir verraten Ihnen, wie Sie Bettwanzen erkennen, welches Risiko das Personal der Einrichtungen trägt und was gegen den Befall unternommen werden sollte.

Wie lässt sich ein Befall mit Bettwanzen erkennen?

Um gezielt auf einen möglichen Befall reagieren zu können, ist es notwendig, Bettwanzen zu erkennen. Dies ist oft nicht auf den ersten Blick möglich, denn die Insekten durchlaufen sechs verschiedene Lebenszyklen und besitzen dabei verschiedene Farben und Größen.

Die wichtigsten Erkennungszeichen im Überblick:

  • drei bis neun Millimeter groß
  • rötlich bis braunschwarz gefärbt
  • ovaler Körper
  • flacher Rücken
  • dichte Behaarung
  • kräftige Beine

Bettwanzen halten sich bevorzugt an Bettgestellen, Steckdosen, Leisten oder Bilderrahmen auf. Gut erkennbar sind auch die schwarzen Kotspuren. Kommt es im Seniorenheim zu einem starken Befall, kann sich ein süßlicher Geruch in der Nähe der Betten ausbreiten.

Lassen sich Blutspuren auf den Bettlaken finden und klagen die Insassen über Hautjucken, ist ein Befall wahrscheinlich. Die auftretenden Hautrötungen und Quaddeln können aber auch von Flöhen oder anderen Insekten stammen. Die Begutachtung der betroffenen Hautstellen durch einen Arzt gibt Gewissheit.

Welche Folgen hat ein Befall mit Bettwanzen für die Insassen des Seniorenheims?

Bettwanzen sind Krankheitsüberträger. In Folge des Befalls kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Bei älteren und gesundheitlich angegriffenen Personen steigt die Gefahr für Asthmaanfälle oder Hauterkrankungen wie Nesselsucht oder Neurodermitis. In seltenen Fällen kann der Biss von Bettwanzen bei geschwächten Personen Hepatitis B oder C auslösen.

Welche Risiken bestehen für das beschäftigte Personal?

Ein Befall mit Parasiten in Seniorenheimen ruft auch das beschäftigte Personal auf den Plan. Pfleger oder Ärzte sind den Erregern im kompletten Gebäude ausgesetzt und es besteht die Gefahr, dass die Bettwanzen aus dem Altersheim in das eigene Zuhause getragen werden und damit alle Familienmitglieder direkt gefährdet sind. Für die Beschäftigten gelten daher besondere Hygienevorschriften.

Bettwanzen professionell bekämpfen

Wird ein Bettwanzenbefall im Seniorenheim festgestellt, ist schnelles und umsichtiges Handeln Bedingung. Von Hausmitteln oder einfachen Präparaten zur Schädlingsbekämpfung ist abzusehen. Bettwanzen sprechen auf diese Mittel meist nicht an und vermehren sich ungehindert weiter.

Eine professionelle Schädlingsbekämpfung wird notwendig. Dabei kommen hochwirksame Mittel zum Einsatz. Zunächst werden alle lebenden und sichtbaren Schädlinge mit einem Knock-Down Mittel abgetötet. Nachbehandelt wird mit einem speziellen Präparat, welches eine Langzeitwirkung verspricht. Dadurch werden nicht nur die lebenden Wanzen, sondern auch die Larven vernichtet.

Bei einem starken Befall können zusätzlich Pheromon-Klebefallen zum Einsatz kommen. In öffentlichen Einrichtungen und hochsensiblen Bereichen wie Krankenhäusern, Hotels oder Seniorenheimen wird mit geruchsneutralen und weitgehend unschädlichen chemischen Mitteln gearbeitet.

Welche Vorbeugungs- und Abwehrmaßnahmen sind zu treffen?

Sind die Räumlichkeiten weitgehend minimalistisch eingerichtet, werden den Schädlingen wenige Verstecke geboten. In vielen Seniorenheimen ist es jedoch gestattet, persönliche Einrichtungs- und Dekorationsgegenstände aufzustellen. Dadurch erhöht sich die Gefahr eines Befalls.

Bettwanzen gelangen durch die verschiedensten Öffnungen ins Zimmer. Einem Befall kann vorgebeugt werden, wenn Leitungsrohre oder Lüftungsschächte mit Klebeband versehen werden. Wird in den Sommermonaten häufiger gelüftet, können Bettwanzen nicht ins Seniorenheim gelangen, wenn die Fenster mit Gaze ausgestattet werden.

Der Geruch von Lebensmitteln zieht Bettwanzen an. Achten Sie daher verstärkt darauf, dass Lebensmittel nicht offen in den Zimmern aufbewahrt werden, sondern stets gut verschlossen im Kühlschrank lagern.

Pfleger und Ärzte sollten bei der Arbeit keine privaten Kleidungsstücke tragen. Beim direkten Körperkontakt mit dem Insassen sind Einweghandschuhe zu tragen, welche anschließend direkt entsorgt werden. Die Wäsche der Senioren ist ebenfalls nur mit Handschuhen zu berühren.