Kleidermotten: erkennen und bekämpfen

Kleidermotten erkennen Sie an kleinen, unregelmäßigen Fraßlöchern in Wolle, Kaschmir, Seide oder Filz, an winzigen Kotkrümeln in der Farbe des Stoffes und an goldbraunen, etwa einen Zentimeter langen Faltern im Kleiderschrank. Die Schäden richten nur die Larven an. Bekämpfen lassen sich Kleidermotten ohne Chemie: befallene Textilien heraussuchen, waschen oder mindestens 36 Stunden bei minus 19 Grad einfrieren, den Schrank gründlich aussaugen und auswischen und mit Pheromonfallen über mehrere Wochen kontrollieren, ob noch Tiere fliegen. Insektizide sind dafür im Haushalt in der Regel nicht nötig.

Kleidermotten erkennen

Die Kleidermotte (Tineola bisselliella) ist ein unscheinbarer Kleinschmetterling. Nach den Angaben des Umweltbundesamts zur Kleidermotte werden die erwachsenen Tiere bis zu einen Zentimeter lang. Körper und Vorderflügel sind einfarbig gelb bis bräunlich, in Ruhe liegen die Flügel flach übereinander. Kleidermotten fliegen ungern und huschen eher über Stoffe und Schrankböden. Die Larven sind weiß-gelblich, haben eine braune Kopfkapsel und werden etwa neun Millimeter lang. Sie spinnen sich einen röhrenförmigen Köcher, in dem sie leben und sich später verpuppen.

Typische Anzeichen für einen Befall sind:

  • Fraßlöcher: klein, unregelmäßig und oft über das ganze Kleidungsstück verteilt, gern an verdeckten Stellen wie Kragen, Achseln oder Falten
  • Kotkrümel: winzig, mit unregelmäßiger Oberfläche und meist in der Farbe des befallenen Stoffes
  • Gespinste und Köcher: feine Fäden oder kleine Röhren an Nähten, in Ecken und Ritzen
  • Falter: kleine goldbraune Motten, die beim Öffnen des Schranks aufflattern oder über die Kleidung laufen

Kleidermotte oder Lebensmittelmotte?

Motten in der Küche sind fast immer Vorratsschädlinge. Lebensmittelmotten haben zweifarbige Flügel mit rötlich-braunem Außenteil und hellem Innenfeld und fliegen abends durch die Wohnung. Die Kleidermotte ist dagegen einfarbig und hält sich im Dunkeln auf. Beide Arten können gleichzeitig im Haushalt vorkommen, brauchen aber eine eigene Behandlung.

Was Kleidermotten fressen und wo sie sich wohlfühlen

Die Larven ernähren sich von Keratin, also von tierischen Fasern wie Wolle, Haaren und Federn. Betroffen sind Pullover, Mäntel, Schals, Teppiche, Polster, Filz und Pelz. Auch Wollflusen und Tierhaare in Ritzen und unter Fußleisten reichen als Nahrung. Reine Baumwolle und andere Pflanzenfasern lassen die Larven laut Umweltbundesamt in Ruhe, Mischgewebe mit Wollanteil dagegen nicht. Verschmutzte Kleidung ist besonders gefährdet, weil Hautschuppen, Schweiß und Essensreste die Larven zusätzlich versorgen.

Kleidermotten mögen beheizte Räume und kommen deshalb das ganze Jahr über vor. Am besten entwickeln sie sich bei etwa 24 Grad und mindestens 75 Prozent Luftfeuchtigkeit. Unter 15 und über 30 Grad sowie bei Trockenheit geht die Entwicklung schlecht voran. Ins Haus gelangen sie über gebrauchte Kleidung, Second-Hand-Möbel, Teppiche oder durch offene Fenster. Ein Fliegengitter hält zufliegende Falter draußen.

Kleidermotten bekämpfen: Schritt für Schritt

Ein einzelnes Mittel reicht selten. Das Umweltbundesamt empfiehlt, mehrere Maßnahmen zu kombinieren und sie über einige Wochen zu wiederholen, bis keine Tiere mehr auftauchen.

1. Den Schrank ausräumen und sortieren

Nehmen Sie alle Textilien aus dem betroffenen Schrank und prüfen Sie jedes Teil bei Tageslicht. Wollsachen, die Sie lange nicht getragen haben, sind die häufigste Quelle. Stark zerfressene Stücke, die sich nicht mehr retten lassen, verpacken Sie in einer verschlossenen Plastiktüte und geben sie in den Hausmüll.

2. Textilien behandeln

Alles, was waschbar ist, waschen Sie so heiß, wie es das Pflegeetikett erlaubt, anschließend ausklopfen und absaugen. Für empfindliche Wolle und Kaschmir ist Kälte die schonende Alternative. Das Umweltbundesamt nennt mindestens 36 Stunden bei mindestens minus 19 Grad. Packen Sie die Teile dafür in gut verschlossene Beutel, damit sich beim Auftauen kein Kondenswasser im Stoff sammelt. Auch Sonne hilft, wenn Sie gewaschene Textilien ausgebreitet in die Sonne legen und wenden, damit Eier und Larven austrocknen.

3. Schrank und Umgebung reinigen

Saugen Sie Schränke, Kommoden und Truhen gründlich aus, auch Fugen, Ritzen, Regalträger und die Fußleisten im Zimmer. Danach wischen Sie die Flächen mit Essigwasser aus und lassen alles gut trocknen, bevor die Kleidung zurückkommt. Den Staubsaugerbeutel entsorgen Sie gleich danach im Hausmüll.

4. Mit Pheromonfallen kontrollieren

Pheromonfallen enthalten einen Sexuallockstoff, der männliche Falter auf eine Klebefläche zieht. Sie zeigen, ob noch Motten aktiv sind und an welcher Stelle der Befall sitzt, wenn Sie mehrere Fallen in Schränke und Truhen hängen. Nach der Bekämpfung dienen sie der Erfolgskontrolle. Ein Befall lässt sich mit den Fallen allein nicht beseitigen, weil die Weibchen weiter Eier legen.

Für die Kontrolle im Kleiderschrank eignen sich insektizidfreie Pheromonfallen, als duftende Ergänzung kommen Ringe aus Zedernholz infrage:

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5. Schlupfwespen bei starkem Befall

Bei hartnäckigem Befall nennt das Umweltbundesamt Schlupfwespen der Art Trichogramma evanescens. Die etwa 0,4 Millimeter kleinen Nützlinge legen ihre Eier in die Motteneier und verhindern so, dass Larven schlüpfen. Für Menschen und Haustiere sind sie unschädlich. Die Kärtchen mit den Schlupfwespen werden über rund viereinhalb Monate bis zu sechsmal erneuert.

Was gegen Kleidermotten wenig hilft

Lavendel, Nelke oder Zedernholz können Kleidermotten nach Einschätzung des Umweltbundesamts ergänzend abschrecken, aber nicht vollständig fernhalten. In einem bereits befallenen Schrank helfen sie nicht. Klassische Mottenkugeln und Insektensprays sind im Kleiderschrank keine gute Idee, weil die Wirkstoffe in Raumluft und Kleidung übergehen. Chemische Mittel sollten Sie möglichst vermeiden. Wird der Befall trotz aller Maßnahmen nicht kleiner, ist ein sachkundiger Betrieb der richtige Ansprechpartner. Eine professionelle Schädlingsbekämpfung lohnt sich vor allem bei wertvollen Teppichen, Polstermöbeln oder einem Befall in mehreren Räumen.

Kleidermotten vorbeugen

  • Sauber einlagern: Wollsachen vor dem Wegräumen waschen oder reinigen und in Kleidersäcken oder Vakuumbeuteln verschließen.
  • Regelmäßig bewegen: Selten getragene Kleidung ausklopfen, lüften und ab und zu in die Sonne hängen.
  • Schrank nicht überfüllen: Luft zwischen den Kleidungsstücken erschwert den Larven das Leben und Sie sehen Schäden früher.
  • Ritzen und Fußleisten saugen: Wollflusen und Tierhaare entziehen, von denen Larven sonst leben.
  • Gebrauchtes prüfen: Second-Hand-Kleidung und alte Teppiche vor dem Einräumen waschen oder einfrieren.

Neben der Kleidermotte gibt es weiteres Ungeziefer, das sich gern in Schränken versteckt. Silberfische etwa knabbern an Papier und stärkehaltigen Stoffen und fühlen sich dort wohl, wo es feucht ist.

Häufige Fragen zu Kleidermotten

Woher kommen Kleidermotten plötzlich?

Meist bringt man sie mit gebrauchter Kleidung, Möbeln oder Teppichen ins Haus, oder ein Falter fliegt durchs offene Fenster herein. Oft lebt ein kleiner Befall lange unbemerkt in selten getragenen Wollsachen.

Fressen Kleidermotten auch Baumwolle?

Reine Baumwolle nicht, denn die Larven brauchen tierisches Keratin. Mischgewebe mit Wolle oder verschmutzte Baumwolle können aber angefressen werden.

Wie lange dauert es, Kleidermotten loszuwerden?

Rechnen Sie mit mehreren Wochen. Die Maßnahmen sollten wiederholt und mit Pheromonfallen kontrolliert werden, bis keine Falter mehr gefangen werden.

Hilft Einfrieren gegen Kleidermotten?

Ja. Das Umweltbundesamt nennt mindestens 36 Stunden bei mindestens minus 19 Grad. Das tötet Eier, Larven und Falter in den Textilien ab.

Sind Kleidermotten gefährlich für Menschen?

Nein. Sie stechen nicht und übertragen keine Krankheiten. Der Schaden beschränkt sich auf Textilien.

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Maria Lengemann

Maria Lengemann

Maria Lengemann ist freie Texterin und Ghostwriterin mit über 17 Jahren Erfahrung im digitalen Marketing und Content-Bereich. Sie schreibt Ratgeber, Blogartikel und Webtexte für Unternehmen, die informieren statt blenden wollen. Als Mitgründerin der Diginauten GmbH begleitet sie außerdem kleine und mittelständische Betriebe bei Content-Strategie und Online-Sichtbarkeit.