Asiatischer Marienkäfer im Haus

Marienkäfer krabbelt auf einem Fensterrahmen mit abblätternder Farbe

Ein asiatischer Marienkäfer, mit wissenschaftlichem Namen Harmonia axyridis, stammt aus Ostasien und fliegt im Herbst in Schwärmen sonnige Hauswände an, um über Fensterritzen und Rollladenkästen ins Haus zu gelangen und dort zu überwintern. Er sticht nicht, frisst in der Wohnung nichts und vermehrt sich dort nicht. Lästig sind vor allem die schiere Menge und eine gelbe, unangenehm riechende Flüssigkeit, die er bei Störung absondert. Am besten fegen oder saugen Sie die Käfer vorsichtig auf, setzen sie draußen ab und dichten die Einflugstellen ab. Insektizide sind nicht nötig.

Woran Sie den asiatischen Marienkäfer erkennen

Mit 6 bis 8 Millimetern Länge ist der asiatische Marienkäfer größer als die meisten heimischen Arten. Schwierig macht die Bestimmung seine enorme Farbvielfalt. Das Informationsblatt des Julius Kühn-Instituts beschreibt die Färbung von orange mit schwarzen Flecken bis schwarz mit roten Flecken, die Zahl der Punkte schwankt zwischen null und 21. Auf die Farbe allein ist deshalb kein Verlass.

  • Halsschild: Das sicherste Merkmal ist der helle, weißliche Halsschild hinter dem Kopf mit einer schwarzen Zeichnung in Form eines W oder M. Bei sehr dunklen Tieren ist sie allerdings nicht immer zu sehen.
  • Größe: Mit bis zu 8 Millimetern wirkt er deutlich wuchtiger als ein Zweipunkt-Marienkäfer.
  • Punkte: häufig viele kleine Punkte, oft 19, manchmal gar keine
  • Larven: bis zu 10 Millimeter lang, dunkel mit gegabelten Dornen auf dem Rücken und einem leuchtend orangeroten Streifen an jeder Seite

Den heimischen Siebenpunkt erkennen Sie dagegen leicht. Er ist immer orangerot, trägt genau sieben schwarze Punkte und hat nie die W-förmige Zeichnung auf dem Halsschild.

Herkunft und Ausbreitung

Ursprünglich lebte der Käfer nur in Ostasien. Weil er große Mengen Blattläuse frisst, wurde er weltweit zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt, in Europa erstmals 1982 in Südfrankreich. Auch in Deutschland wurde er eine Zeit lang dafür angeboten. Seit 2002 kommt es hier zu Massenvermehrungen, inzwischen ist die Art laut Umweltbundesamt in ganz Deutschland verbreitet. Bis zu drei Generationen im Jahr und eine große Anpassungsfähigkeit machen ihn zur Konkurrenz für heimische Marienkäfer.

Warum er im Herbst ins Haus kommt

Im Herbst sendet der asiatische Marienkäfer Lockstoffe aus, über die sich die Tiere zu Schwärmen sammeln. Sie fliegen dann bevorzugt helle, sonnenbeschienene Wände an, die nach Westen oder Südwesten zeigen. Von dort kriechen sie in Spalten an Fensterrahmen, in Holzverkleidungen, unter Dachüberstände und in Rollladenkästen. Durch ein gekipptes Fenster oder eine undichte Stelle gelangen einzelne Käfer und manchmal ganze Gruppen in die Wohnung.

Während der Winterruhe fressen die Käfer nicht. In der beheizten Wohnung werden sie allerdings wach, krabbeln über Fensterbänke und Vorhänge oder sammeln sich an der Decke. Nahrung finden sie dort nicht, viele sterben deshalb nach einiger Zeit. Im Frühjahr fliegen die Überlebenden wieder aus. Ein Befall, der sich in der Wohnung ausbreitet, entsteht dadurch nicht.

Ganz ähnlich verhält sich die marmorierte Baumwanze, die im Herbst ebenfalls an Fensterrahmen auftaucht. Beide Tiere sind Herbstgäste, die nur ein Winterquartier suchen. Die Wanze ist allerdings flach, schildförmig und graubraun marmoriert, der Marienkäfer dagegen halbkugelig und glänzend.

Ist der asiatische Marienkäfer gefährlich?

Für die meisten Menschen ist der Käfer harmlos. Nach Einschätzung des Umweltbundesamts geht von Marienkäfern im Haus keine Gefahr aus, und auch an Fassaden und Fenstern richten sie keine Schäden an. Unangenehm wird es, wenn Sie die Tiere bedrängen oder zerdrücken.

Die gelbe Flüssigkeit

Bei Gefahr sondern Marienkäfer aus den Beingelenken eine gelbliche, bitter schmeckende und unangenehm riechende Flüssigkeit ab, Fachleute sprechen von Reflexbluten. Der menschlichen Haut schadet sie nach Angaben des Umweltbundesamts nicht. Auf hellen Stoffen, Vorhängen und Tapeten kann sie aber Flecken hinterlassen. Fassen Sie die Käfer deshalb möglichst nicht mit bloßen Fingern an und zerdrücken Sie sie nicht.

Allergien

Aus den USA, wo der Käfer schon länger in großen Mengen in Häuser eindringt, beschreiben Allergologen Fälle von allergischem Schnupfen, Bindehautentzündung, Asthma und Nesselsucht bei Bewohnern stark befallener Häuser. Als Hauptquelle der Allergene gilt die Körperflüssigkeit der Käfer. Wer im Herbst und Frühjahr auffällig oft niest oder tränende Augen hat, sollte das ärztlich abklären lassen. Tipps für einen allergikerfreundlichen Haushalt finden Sie in unserem Ratgeber, wie Allergiker im Haushalt vorsorgen können.

Schäden im Obst- und Weinbau

Wirtschaftlich relevant ist der Käfer vor allem für Winzer. Im Spätsommer frisst er an reifen, oft schon beschädigten Trauben und an weichem Beerenobst. Gerät er bei der Lese mit ins Erntegut, verderben seine Abwehrstoffe den Geschmack des Weins. Laut Julius Kühn-Institut reichen dafür schon zwei bis vier Käfer pro Kilogramm Trauben.

Asiatischer Marienkäfer im Haus: was Sie tun können

Käfer schonend entfernen

Einzelne Käfer setzen Sie mit einem Glas und einem Blatt Papier nach draußen. Das Umweltbundesamt rät ausdrücklich, Marienkäfer nicht zu bekämpfen, sondern verirrte Tiere einzufangen und hinauszubringen. Sitzen viele Käfer an Fensterrahmen oder Decke, nehmen Sie sie mit dem Staubsauger auf. Ziehen Sie dafür einen alten Nylonstrumpf über das Saugrohr und sichern Sie ihn mit einem Gummiband. Die Käfer landen dann im Strumpf und nicht im Beutel, und Sie können sie draußen an einer geschützten Stelle ausleeren, etwa unter einer Hecke oder in einem Holzstapel.

Insektizide sind nicht nötig

Weil die Käfer in der Wohnung nichts fressen und sich dort nicht vermehren, bringt ein Insektenspray keinen Vorteil. Es belastet vor allem die Raumluft und trifft draußen auch heimische Marienkäfer und andere Nützlinge. Duftöle und Hausmittel, die die Käfer angeblich vertreiben, sind nicht belegt.

Einflugstellen schließen

Am wirksamsten ist es, den Käfern den Weg ins Haus zu versperren, bevor die Schwärme im Herbst kommen. Das Merkblatt der Stadt Halle zum asiatischen Marienkäfer empfiehlt dazu:

  • Ritzen abdichten: Spalten an Fensterrahmen, Rollladenkästen und Mauerdurchführungen mit Silikon, Dichtband oder anderem Füllmaterial schließen.
  • Insektenschutzgitter: feinmaschige Gitter an Fenstern, die im Herbst oft gekippt sind, sowie vor Lüftungsöffnungen, Dachüberständen und Rohrdurchführungen anbringen.
  • Fassade beobachten: An warmen Herbsttagen, wenn die Käfer schwärmen, Fenster auf der sonnigen Hausseite geschlossen halten.
  • Licht reduzieren: Abends Vorhänge schließen, damit Licht die Tiere nicht zusätzlich anlockt.

Lassen Sie Käfer, die sich draußen in Ritzen oder im Gartenhaus zur Winterruhe gesammelt haben, möglichst in Ruhe. Dort richten sie keinen Schaden an und verschwinden im Frühjahr von selbst.

Verwechslung mit Bettwanzen ausschließen

Wer im Herbst plötzlich viele kleine Krabbeltiere am Fenster findet, denkt schnell an Ungeziefer. Mit Bettwanzen hat der asiatische Marienkäfer aber nichts gemeinsam. Bettwanzen sind flach, rotbraun, flugunfähig und verstecken sich in Matratzennähten und Bettrahmen, um nachts Blut zu saugen. Im Zweifel hilft ein Vergleich mit Fotos, die zeigen, wie Bettwanzen aussehen. Einen Überblick über Silberfische, Schaben und andere Haushaltsschädlinge, die anders als der Marienkäfer das ganze Jahr bleiben, gibt unsere Seite zu weiterem Ungeziefer.

Häufige Fragen zum asiatischen Marienkäfer

Kann der asiatische Marienkäfer stechen?

Nein. Er hat keinen Stachel und saugt kein Blut. Unangenehm ist nur die gelbe Abwehrflüssigkeit, die er bei Störung absondert.

Legt der asiatische Marienkäfer in der Wohnung Eier?

Nein. Während der Winterruhe pflanzt er sich nicht fort. Eier legt er erst im Frühjahr draußen an Pflanzen mit Blattläusen.

Wie unterscheide ich ihn vom heimischen Siebenpunkt?

Der Siebenpunkt ist immer orangerot mit genau sieben Punkten. Der asiatische Marienkäfer ist größer, sehr unterschiedlich gefärbt und hat meist eine schwarze W- oder M-Zeichnung auf dem hellen Halsschild.

Warum sammeln sich so viele Käfer an meinem Haus?

Die Tiere locken sich im Herbst mit Duftstoffen gegenseitig an und bevorzugen helle, sonnige Wände.

Was tun gegen die gelben Flecken?

Tupfen Sie frische Flecken mit einem feuchten Tuch ab, ohne zu reiben, und waschen Sie Textilien möglichst bald. Am besten vermeiden Sie Flecken ganz, indem Sie die Käfer nicht zerdrücken.

Maria Lengemann

Maria Lengemann

Maria Lengemann ist freie Texterin und Ghostwriterin mit über 17 Jahren Erfahrung im digitalen Marketing und Content-Bereich. Sie schreibt Ratgeber, Blogartikel und Webtexte für Unternehmen, die informieren statt blenden wollen. Als Mitgründerin der Diginauten GmbH begleitet sie außerdem kleine und mittelständische Betriebe bei Content-Strategie und Online-Sichtbarkeit.